Phil Rosenthal, Autor der Chicago Tribune, schreibt:
„Now that people get what they want the way they want on the Internet, where does that leave those mainstream media outlets that, in traditional fashion, pair the news people want with the news it is thought they need?“

Charles Gibson, der Anchorman der ABC World News Tonight, hat eine Antwort parat: Seiner Meinung nach ist die Wichtigkeit der Massenmedien durch das Internet nicht etwa geschrumpft, sondern eher gestiegen.

„Sie wählen diejenigen Nachrichten aus, die für sie von Interesse sind,“ meint Gibson. „Wir werden dadurch wichtiger, weil unsere Mission es ist ihre Aufmerksamkeit auf Dinge zu richten auf die sie sonst nicht geklickt hätten.“

Es klingt ein bisschen wie der Versuch den Elitestatus zu verteidigen, (mehr …)

Unter dem Titel U.S. v. Libby wird in Kürze in den U.S.A. ein Strafprozess beginnen der nicht nur eine gesamte Regierung und ihre Machenschaften vor dem Irak Krieg auf den Prüfstand stellen wird, sondern nebenbei noch die Stars der Medienlandschaft als Zeugen beider Seiten bloß stellen könnte.

Mit I. Lewis „Scooter“ Libby ist der ehemalige White House Angestellte und wichtigste Berater von Dick Cheney auf der Anklagebank, aber mit Bob Woodward, Tim Russert, Robert Novak, Matt Cooper und Judith Miller werden ein paar der einflussreichsten Journalisten als Zeugen vom Sonderermittler Patrick Fitzgerald vorgeladen werden; vom amtierenden Vize-Präsidenten der U.S.A. mal ganz abzusehen.

Aber von Anfang an. Im März 2002 wird Joseph Wilson, ein ehemaliger Botschafter der U.S.A., zu einem Besuch nach Niger geschickt. Im Auftrag der C.I.A. soll er dort feststellen ob der Irak von dort nukleare Waffentechniken gekauft haben soll. Kurz nach seiner Rückkehr stellt er unmissverständlich fest, dass an der Geschichte nichts dran sei. Dennoch wird Präsident Bush in seiner Rede an die Nation am 28. Januar 2003, kurz vor der Invasion, verkünden, dass britische Geheimdienste erfahren haben, der Irak hätte in Afrika signifikante Mengen an nuklearen Sprengstoff erworben.

Im Juli 2003 schreibt Wilson eine Gast-Kolumne in der New York Times unter dem Titel „Was ich in Afrika nicht gefunden habe“ und erschüttert damit das politische Washington, vor allem aber das Büro von Dick Cheney und seinem Angestellten Scooter Libby. (mehr …)

In den letzten Stunden habe ich rund um das Podcamp viele interessante Gespräche zum Thema der Zukunftsausrichtung der Medien geführt und angehört, und bin doch überrascht wie sehr Deutschland immer noch hinterherdenkt.

Während ich von Zeitungen und ihren Online-Auftritten heute Rund-um-Versorgung erwarten kann und will, sind manche doch immer noch der Überzeugung, dass man sich besser auf eine Sache richtig, als auf viele Sachen nur halbwegs konzentrieren sollte.

Als angehender Journalist, der zugegebenermaßen mit dem amerikanischen System viel besser vertraut ist, als mit dem Deutschen, muss ich doch ein wenig schmunzeln wenn in der heutigen Zeit tatsächlich noch Leute behaupten, dass ein Redakteur nicht nebenbei noch eine Audio-Datei und einen Videobeitrag, zusätzlich zu seinem eigentlichen Artikel produzieren kann. (mehr …)

Man könnte meinen der Irak Krieg ist schon lange gelöst, die nächsten Wahlen noch Jahrzehnte entfernt und alle politischen Diskurse geklärt. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls wenn man in diesen Tagen einen der beiden Nachrichtensender, Fox News oder MSNBC, einschaltet.

Während Präsident George W. Bush seinen neuen Plan für einen „Weg nach vorne“ im Irak vorstellt und nebenbei einen neuen Botschafter im Irak, zu den Vereinten Nationen und einen neuen Director of National Intelligence vorstellt – die beiden neuen Oberbefehlshaber im Irak und im Nahen Osten mal außen vorgelassen – berichten zwei der drei großen Nachrichtenkanäle was?

Nun, ehrlich gesagt ich weiß es immer noch nicht genau, denn es ist schon erstaunlich was sich in der Medienlandschaft zur Zeit abspielt. Es ist ein endlos geführter Streit der vor allem von einem Sender immer wieder angefacht wird: Fox News. (mehr …)

Der Tyndall Report stellt im Jahr 2006 eine weit größere Berichterstattung der U.S.-Medien über den Irak-Krieg als in 2005 fest. Hurrican Katrina und dessen Folgen stehen jedoch immer noch hoch in der Liste der am meisten behandelten Themen.

Der Report von Andrew Tyndall misst nun bereits seit 20 Jahren jeden Abend welche Themen bei den drei wichtigsten Nachrichtensendungen der U.S.A. die meiste Berichterstattung bekommen und fasst diese Ergebnisse dann zum Jahresende in einer großen Jahresbilanz zusammen.

Während 2005 der Hurrican Katrina noch mit 1153 Minuten die Liste vor dem Irak-Krieg bei ABC World News, CBS Evening News und NBC Nightly News anführte, rangierten die Themen um die Folgen des Hurrican in der Region im Jahr 2006 mit 367 Minuten nur noch an dritter Stelle. Interressanterweise, berichtete NBC mit 190 Minuten weit mehr über Katastrophe und die Schwierigkeiten beim Wiederaufbau als CBS (75 Min). (mehr …)

Jeden Sonntag interviewt Tim Russert in NBC’s Meet the Press die wichtigsten Politiker und Journalisten des Landes und es wird nicht überraschen, dass seit den Midterm Elections das Hauptthema nur noch eines ist: Irak.

In der letzten Ausgabe hatte er zwei Kolumnisten der New York Times, David Brooks und Tom Friedman, im Studio und diskutierte mit ihnen die Lage im Irak und deren letzten Kolumnen, die nicht gerade positiv gegenüber den Entscheidungen der Regierung und der zu erwarteten Zukunft im Zwei-Strom Land waren.

Was aber vor allem Tom Friedman zur Situation zu sagen hatte ist das beste und vor allem deutlichste was ich seit langem gehört habe. Nicht nur nahm er kein Blatt vor den Mund sondern er fand Worte dafür was vielen Leuten schon lange in den Köpfen herumgeschwirrt ist.

Auf die Frage ob es uns möglich wäre die Situation besser einschätzen zu können meinte er: They [die Iraker] want justice before democracy. The Shiites want justice for the last 30 years. The Kurds want justice. The Sunnis want justice for a war that overturned their dominance. My fear about Iraq right now and the reason I wrote that column is that I get the sense that our vision of Iraq, a democratic, or democratizing pluralistic Iraq, is everyone’s second choice there. (mehr …)

Der sogenannte „Citizen Journalism“, in welchem normale Bürger mit ihrer Handykamera zu Journalisten mutieren, hat in den letzten Wochen einen neuen Schritt nach vorne getan. Erst startete CNN sein I-Report, indem es seine Zuschauer bat Videos und Fotos auf ihrer Website hochzuladen, jetzt haben Reuters und Yahoo! nachgezogen und stellten vor kurzem ihr „You Witness„-Programm vor. Die Idee ist diesselbe. Wenn jemand ein Foto von einem Schneechaos auf dem Highway macht, oder während einer Demonstration im Libanon filmt, dann kann er diese Beiträge hochladen und entweder erscheinen diese auf den Webseiten oder schaffen es vielleicht sogar ins Abendprogramm von CNN.

Dies ist ein weiterer Versuch, so lautet es in einem Statement von Reuters und Yahoo, die Zuschauer zu „on-the-spot“-Journalisten zu machen. Dabei scheint Yahoo einen großen Vorteil gegenüber traditionellen TV-Medien wie CNN zu haben und der besteht in der bereits engen Verknüpfung zur aktiven Internet Community. Flickr, eine Website für Foto-Uploads die ebenfalls zu Yahoo gehört, ist bereits für eben diese Zwecke von den Nutzern verwendet worden und ist nun Teil des You Witness Portal. Mit Reuters hat man jetzt den richtigen Partner für die Distribution ins Boot geholt. (mehr …)