Zeitungen


Unter dem Titel U.S. v. Libby wird in Kürze in den U.S.A. ein Strafprozess beginnen der nicht nur eine gesamte Regierung und ihre Machenschaften vor dem Irak Krieg auf den Prüfstand stellen wird, sondern nebenbei noch die Stars der Medienlandschaft als Zeugen beider Seiten bloß stellen könnte.

Mit I. Lewis „Scooter“ Libby ist der ehemalige White House Angestellte und wichtigste Berater von Dick Cheney auf der Anklagebank, aber mit Bob Woodward, Tim Russert, Robert Novak, Matt Cooper und Judith Miller werden ein paar der einflussreichsten Journalisten als Zeugen vom Sonderermittler Patrick Fitzgerald vorgeladen werden; vom amtierenden Vize-Präsidenten der U.S.A. mal ganz abzusehen.

Aber von Anfang an. Im März 2002 wird Joseph Wilson, ein ehemaliger Botschafter der U.S.A., zu einem Besuch nach Niger geschickt. Im Auftrag der C.I.A. soll er dort feststellen ob der Irak von dort nukleare Waffentechniken gekauft haben soll. Kurz nach seiner Rückkehr stellt er unmissverständlich fest, dass an der Geschichte nichts dran sei. Dennoch wird Präsident Bush in seiner Rede an die Nation am 28. Januar 2003, kurz vor der Invasion, verkünden, dass britische Geheimdienste erfahren haben, der Irak hätte in Afrika signifikante Mengen an nuklearen Sprengstoff erworben.

Im Juli 2003 schreibt Wilson eine Gast-Kolumne in der New York Times unter dem Titel „Was ich in Afrika nicht gefunden habe“ und erschüttert damit das politische Washington, vor allem aber das Büro von Dick Cheney und seinem Angestellten Scooter Libby. (mehr …)

In den letzten Stunden habe ich rund um das Podcamp viele interessante Gespräche zum Thema der Zukunftsausrichtung der Medien geführt und angehört, und bin doch überrascht wie sehr Deutschland immer noch hinterherdenkt.

Während ich von Zeitungen und ihren Online-Auftritten heute Rund-um-Versorgung erwarten kann und will, sind manche doch immer noch der Überzeugung, dass man sich besser auf eine Sache richtig, als auf viele Sachen nur halbwegs konzentrieren sollte.

Als angehender Journalist, der zugegebenermaßen mit dem amerikanischen System viel besser vertraut ist, als mit dem Deutschen, muss ich doch ein wenig schmunzeln wenn in der heutigen Zeit tatsächlich noch Leute behaupten, dass ein Redakteur nicht nebenbei noch eine Audio-Datei und einen Videobeitrag, zusätzlich zu seinem eigentlichen Artikel produzieren kann. (mehr …)

Der Standard aus Österreich berichtet:

Freitag startet „Die Welt“ das „Projekt Newsroom“: Im 15. Stock des Axel-Springer-Hauses wurde die „größte integrierte Zeitungs- und Onlineredaktion Deutschlands“ (Eigenwerbung) eingerichtet.

Auf 50 Arbeitsplätzen werken künftig 150 Journalisten von sechs bis 24 Uhr im Schichtbetrieb – Schreiber der Welt, „Welt am Sonntag“, „Welt kompakt“, der „Berliner Morgenpost“ und welt.de.

Wo bisher Print- und Online-Redakteure getrennte Wege gingen, sitzen sie jetzt unmittelbar nebeneinander. Was die WAZ Mediengruppe mit West Eins wohl im nächsten Jahr starten wird hat der Axel Springer Verlag in seiner Zentral in Berlin schon jetzt hinbekommen und folgt damit dem Vorbild des Guardian in London und mehreren anderen renommierten internationalen Zeitungen, betritt allerdings Neuland auf deutschem Boden. (mehr …)

Der New York Observer berichtet, dass die New York Times ein neues Design bei seinen Meinungs Artikeln einführern will. Künftig sollen alle Artikel die die Meinung von Redakteuren enthalten auf Nachrichten Seiten der Zeitung deutlicher kenntlich gemacht werden.

Erreichen will man das durch ein simples Konzept: Während die Nachrichten Berichte weiterhin auf beiden Seiten fixiert sind, werden die Kommentare nur noch am linken Rand gebunden sein.

Die Änderung, so Tom Bodkin, der Design Director der Times, zum Observer, wird wahrscheinlich gar nicht sichtbar sein.

“I think a lot of design is to address subconscious issues. Even though people might not notice, they might recognize it subconsciously.“ (mehr …)

Auf reuters.com war folgende Story zu lesen: Die NY Times, ihres Zeichens der Verfechter der Presse- und Meinungsfreiheit, hatte sich entschieden einen Artikel über mutmaßliche Terroristen in England den britischen Lesern vorzuenthalten.

Es hätte sonst mit den lokalen Gesetzen der Briten einen Konflikt gegeben, die u.a. besagen, dass ein Angeklagter während des Prozesses durch etwaige Artikel in der Presse nicht seines fairen Gerichtsprozesses geraubt werden darf.

Der Artikel der NY Times war somit zwar für englische Leser als Headline auf der NYTimes.com Website sichtbar, ein klicken auf den Link enttäuschte sie aber, denn sie fanden folgende Nachricht: (mehr …)

Der Economist schreibt:

Deciding whether or not to start a freesheet, indeed, perfectly encapsulates the unpalatable choice that faces the paid-for newspaper industry today as it attempts to find a future for itself. Over the next few years it must decide whether to compromise on its notion of “fine journalism” and take a more innovative, more businesslike approach—or risk becoming a beautiful old museum piece.

Leider geht es heutzutage nicht allen Zeitungsunternehmen wie dem norwegischen Schibsted, die 2005 die größten Einnahmen in der Firmengeschichte verbuchen konnte. Warum gibt es sie nicht? Weil sie im Gegensatz zu Schibsted, laut dem Economist, es noch nicht verstanden haben genügend Revenue aus dem Internetmarkt zu bekommen. Etwas vielleicht schon, aber eben nicht genug um den Verlust der Drucksparte auszugleichen. (mehr …)

Letzte Woche war bei Spiegel Online folgendes zu lesen:
„Wie das Unternehmen New York Times Co. heute auf seiner Internetseite ankündigte, soll die ehrwürdige Zeitung ab Mitte 2008 in einem um rund 1,5 Zoll (rund vier Zentimeter) schmaleren Format erscheinen. Mit der Umgestaltung ist ein Verlust von 250 Arbeitsplätzen in der Produktion verbunden, teilte der Verlag mit.“

Diese Schlankheitskuhr bedeutet, dass die Times rund 11 Prozent ihres Inhalts einbüßen würde und während der Chefredakteur Bill Keller bereits angekündigt hat, dass man mehr Seiten hinzufügen würde um dem entgegenzuwirken, wird immer noch ein Verlust von 5% erwartet und außerdem sollen sich die Auswirkungen bis auf den Inhalt der Artikel und dem Schreibstil selbst auswirken.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich diesen Schritt eigentlich begrüßen sollte, da ich schlankere Zeitungen viel handlicher finde, ist diese Entwicklung sehr erschreckend. (mehr …)