Januar 2007


Unter dem Titel U.S. v. Libby wird in Kürze in den U.S.A. ein Strafprozess beginnen der nicht nur eine gesamte Regierung und ihre Machenschaften vor dem Irak Krieg auf den Prüfstand stellen wird, sondern nebenbei noch die Stars der Medienlandschaft als Zeugen beider Seiten bloß stellen könnte.

Mit I. Lewis „Scooter“ Libby ist der ehemalige White House Angestellte und wichtigste Berater von Dick Cheney auf der Anklagebank, aber mit Bob Woodward, Tim Russert, Robert Novak, Matt Cooper und Judith Miller werden ein paar der einflussreichsten Journalisten als Zeugen vom Sonderermittler Patrick Fitzgerald vorgeladen werden; vom amtierenden Vize-Präsidenten der U.S.A. mal ganz abzusehen.

Aber von Anfang an. Im März 2002 wird Joseph Wilson, ein ehemaliger Botschafter der U.S.A., zu einem Besuch nach Niger geschickt. Im Auftrag der C.I.A. soll er dort feststellen ob der Irak von dort nukleare Waffentechniken gekauft haben soll. Kurz nach seiner Rückkehr stellt er unmissverständlich fest, dass an der Geschichte nichts dran sei. Dennoch wird Präsident Bush in seiner Rede an die Nation am 28. Januar 2003, kurz vor der Invasion, verkünden, dass britische Geheimdienste erfahren haben, der Irak hätte in Afrika signifikante Mengen an nuklearen Sprengstoff erworben.

Im Juli 2003 schreibt Wilson eine Gast-Kolumne in der New York Times unter dem Titel „Was ich in Afrika nicht gefunden habe“ und erschüttert damit das politische Washington, vor allem aber das Büro von Dick Cheney und seinem Angestellten Scooter Libby. (mehr …)

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In den letzten Stunden habe ich rund um das Podcamp viele interessante Gespräche zum Thema der Zukunftsausrichtung der Medien geführt und angehört, und bin doch überrascht wie sehr Deutschland immer noch hinterherdenkt.

Während ich von Zeitungen und ihren Online-Auftritten heute Rund-um-Versorgung erwarten kann und will, sind manche doch immer noch der Überzeugung, dass man sich besser auf eine Sache richtig, als auf viele Sachen nur halbwegs konzentrieren sollte.

Als angehender Journalist, der zugegebenermaßen mit dem amerikanischen System viel besser vertraut ist, als mit dem Deutschen, muss ich doch ein wenig schmunzeln wenn in der heutigen Zeit tatsächlich noch Leute behaupten, dass ein Redakteur nicht nebenbei noch eine Audio-Datei und einen Videobeitrag, zusätzlich zu seinem eigentlichen Artikel produzieren kann. (mehr …)

Man könnte meinen der Irak Krieg ist schon lange gelöst, die nächsten Wahlen noch Jahrzehnte entfernt und alle politischen Diskurse geklärt. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls wenn man in diesen Tagen einen der beiden Nachrichtensender, Fox News oder MSNBC, einschaltet.

Während Präsident George W. Bush seinen neuen Plan für einen „Weg nach vorne“ im Irak vorstellt und nebenbei einen neuen Botschafter im Irak, zu den Vereinten Nationen und einen neuen Director of National Intelligence vorstellt – die beiden neuen Oberbefehlshaber im Irak und im Nahen Osten mal außen vorgelassen – berichten zwei der drei großen Nachrichtenkanäle was?

Nun, ehrlich gesagt ich weiß es immer noch nicht genau, denn es ist schon erstaunlich was sich in der Medienlandschaft zur Zeit abspielt. Es ist ein endlos geführter Streit der vor allem von einem Sender immer wieder angefacht wird: Fox News. (mehr …)

Der Tyndall Report stellt im Jahr 2006 eine weit größere Berichterstattung der U.S.-Medien über den Irak-Krieg als in 2005 fest. Hurrican Katrina und dessen Folgen stehen jedoch immer noch hoch in der Liste der am meisten behandelten Themen.

Der Report von Andrew Tyndall misst nun bereits seit 20 Jahren jeden Abend welche Themen bei den drei wichtigsten Nachrichtensendungen der U.S.A. die meiste Berichterstattung bekommen und fasst diese Ergebnisse dann zum Jahresende in einer großen Jahresbilanz zusammen.

Während 2005 der Hurrican Katrina noch mit 1153 Minuten die Liste vor dem Irak-Krieg bei ABC World News, CBS Evening News und NBC Nightly News anführte, rangierten die Themen um die Folgen des Hurrican in der Region im Jahr 2006 mit 367 Minuten nur noch an dritter Stelle. Interressanterweise, berichtete NBC mit 190 Minuten weit mehr über Katastrophe und die Schwierigkeiten beim Wiederaufbau als CBS (75 Min). (mehr …)