Auf reuters.com war folgende Story zu lesen: Die NY Times, ihres Zeichens der Verfechter der Presse- und Meinungsfreiheit, hatte sich entschieden einen Artikel über mutmaßliche Terroristen in England den britischen Lesern vorzuenthalten.

Es hätte sonst mit den lokalen Gesetzen der Briten einen Konflikt gegeben, die u.a. besagen, dass ein Angeklagter während des Prozesses durch etwaige Artikel in der Presse nicht seines fairen Gerichtsprozesses geraubt werden darf.

Der Artikel der NY Times war somit zwar für englische Leser als Headline auf der NYTimes.com Website sichtbar, ein klicken auf den Link enttäuschte sie aber, denn sie fanden folgende Nachricht:

This Article Is Unavailable

On advice of legal counsel, this article is unavailable to readers of nytimes.com in Britain. This arises from the requirement in British law that prohibits publication of prejudicial information about the defendants prior to trial.

Für die Zeitung eine harte Entscheidung, so der Vize-Präsident George Freeman, aber man müsse sich den örtlichen Gesetzen beugen und man würde lieber diesen Schritt gehen, als gänzlich auf den Artikel verzichten zu müssen.

Wie müssen wir mit so etwas umgehen? Schließlich hat hier nicht die Regierung beschlossen die Pressefreiheit einzuschränken, sondern die Presse selbst hat gehandelt und den Lesern in einem anderen Land ein paar wichtige Informationen vorenthalten. Ich verstehe natürlich, dass man sich Gesetzen beugen muss, und das jeder ein Recht auf einen fairen Prozess hat, aber wer nimmt sich heraus zu entscheiden was die Leute wissen sollten und was nicht.

Das ganze hat bei der NY Times mittlerweile einen faden Beigeschmack, denn seit der NSA Wiretapping Affäre die ein Jahr zurückgehalten wurde, habe ich immer mehr das ungute Gefühl, dass hier Leute in hohen Positionen mit ihrer Macht ein bisschen zuviel herumspielen.

Advertisements