Am Montag dieser Woche entschieden sich NBC, MSNBC und die Los Angeles Times den Konflikt im Iraq nicht länger „sectarian violence“ (dt. sektiererische Gewalt) sondern „civil war“ (dt. Bürgerkrieg) zu nennen und geht so, wie sie es beschreiben, einen großen Schritt in die richtige Richtung. Sie nennen ‚es‘ endlich beim Namen und folgen nicht länger den Anordnungen der U.S.-Regierung die diesen Begriff nur selten gerne in den Mund nimmt, geschweige denn auf Zeitungen gedruckt sieht.

NBC News meinte, dass „die Situation im Irak mit bewaffneten militanten Gruppen, die für ihre eigene politische Agenda kämpfen nun als Bürgerkrieg charakterisiert werden kann.“ Die L.A. Times folgte kurz danach und in den letzten Tagen haben bis auf die Sender von FOX alle größeren TV-Sender und Zeitungen den Begriff offiziell in ihre Berichterstattung mit aufgenommen. Der executive editor der N.Y. Times, Bill Keller, meinte zu dem Thema:

„We expect to use the phrase sparingly and carefully, not to the exclusion of other formulations, not for dramatic effect. The main shortcoming of „civil war“ is that, like other labels, it fails to capture the complexity of what is happening on the ground. The war in Iraq is, in addition to being a civil war, an occupation, a Baathist insurgency, a sectarian conflict, a front in a war against terrorists, a scene of criminal gangsterism and a cycle of vengeance. We believe ‚civil war‘ should not become reductionist shorthand for a war that is colossally complicated.“ (mehr …)

Am Donnerstag ist mal wieder Thanksgiving in den U.S.A. und während jeder hier zu Lande mit der Tradition des Truthahn essen vertraut ist, wissen die meisten wahrscheinlich nicht was nach dem großen Festmahl in amerikanischen Haushalten folgt.

Es wird sich vor den Fernseher gesetzt und Football geschaut, denn die National Football League (NFL) setzt jedes Jahr zum Thanksgiving Day zwei Spiele außerhalb ihres normalen Spielplan an. Diese finden immer in den Stadien (und natürlich mit den Teams) der Detroit Lions und der Dallas Cowboys statt. Und während sich an dieser Tradition auch dieses Jahr nichts ändert hat die NFL ein weiteres Spiel in Kansas City hinzugefügt. Das besondere an diesem dritten Spiel ist nicht etwa der Schauplatz, die teilnehmenden Mannschaften oder der Zeitpunkt, nein der Sender der es überträgt sorgt für viele Schlagzeilen, es ist nämlich die NFL selbst, die das Spiel zeigen wird. (mehr …)

Der Standard aus Österreich berichtet:

Freitag startet „Die Welt“ das „Projekt Newsroom“: Im 15. Stock des Axel-Springer-Hauses wurde die „größte integrierte Zeitungs- und Onlineredaktion Deutschlands“ (Eigenwerbung) eingerichtet.

Auf 50 Arbeitsplätzen werken künftig 150 Journalisten von sechs bis 24 Uhr im Schichtbetrieb – Schreiber der Welt, „Welt am Sonntag“, „Welt kompakt“, der „Berliner Morgenpost“ und welt.de.

Wo bisher Print- und Online-Redakteure getrennte Wege gingen, sitzen sie jetzt unmittelbar nebeneinander. Was die WAZ Mediengruppe mit West Eins wohl im nächsten Jahr starten wird hat der Axel Springer Verlag in seiner Zentral in Berlin schon jetzt hinbekommen und folgt damit dem Vorbild des Guardian in London und mehreren anderen renommierten internationalen Zeitungen, betritt allerdings Neuland auf deutschem Boden. (mehr …)

Es war Wahl in den USA und sie fand nicht etwa zwischen Demokraten und Republikanern statt, nein, auch die TV Sender geizten nicht um ihren Publikum die beste Coverage der Wahl zu geben.

Ob „Decision 2006„, oder „America Votes 2006„, oder schlichtweg „Vote 2006„. Die Networks und Kabelkanäle gaben sich keine Blöße und trugen richtig dick auf.

CNN hatte Wolf Blitzer, Paula Zahn, Lou Dobbs und Anderson „Der silberne Panther“ Cooper neben einem Expertenboard, dem u.a. Clinton ’92 Advisor James Carville angehörte. MSNBC hatte mit Chris Matthews und Keith Olbermann das beste schlagkräftige Duo, NBC News mit Brian Williams und Tom Brokaw die meiste Erfahrung, ABC News mit Charlie Gibson und George Stephanopoulos die besten Erklärer und Comedy Central hatte mit Dan Rather neben John Stewart und Stephen Colbert die größte Überraschung. (mehr …)

Der New York Observer berichtet, dass die New York Times ein neues Design bei seinen Meinungs Artikeln einführern will. Künftig sollen alle Artikel die die Meinung von Redakteuren enthalten auf Nachrichten Seiten der Zeitung deutlicher kenntlich gemacht werden.

Erreichen will man das durch ein simples Konzept: Während die Nachrichten Berichte weiterhin auf beiden Seiten fixiert sind, werden die Kommentare nur noch am linken Rand gebunden sein.

Die Änderung, so Tom Bodkin, der Design Director der Times, zum Observer, wird wahrscheinlich gar nicht sichtbar sein.

“I think a lot of design is to address subconscious issues. Even though people might not notice, they might recognize it subconsciously.“ (mehr …)

Mit dem Spiel der College Football Mannschaften von der University of Miami gegen die Florida State University am Montag Abend hat der amerikanische Sportsender ESPN die Tür in eine neue Welt des Fernsehen aufgestoßen (und dabei gleich das Internet und das Handy mitgenommen).

Was sich ESPN Full Circle nennt hatte bereits einige Testphasen in diesem Jahr durchgemacht. Zum einem beim College Basketball Spiel von Duke gegen Rivale UNC, zum zweiten Male beim NBA Playoff Spiel der Chicago Bulls gegen die Miami Heat. Aber nie hatte es die Ausmaße wie an jenem Abend, an dem wir einen Ausblick in die Medienwelt von morgen genießen durften.

Ich werde hier mal beschreiben was sich auf den einzelnen Outlets von ESPN während des Spiel abgespielt hat und anschließend mich meinen Kritikern widmen: (mehr …)

Auf reuters.com war folgende Story zu lesen: Die NY Times, ihres Zeichens der Verfechter der Presse- und Meinungsfreiheit, hatte sich entschieden einen Artikel über mutmaßliche Terroristen in England den britischen Lesern vorzuenthalten.

Es hätte sonst mit den lokalen Gesetzen der Briten einen Konflikt gegeben, die u.a. besagen, dass ein Angeklagter während des Prozesses durch etwaige Artikel in der Presse nicht seines fairen Gerichtsprozesses geraubt werden darf.

Der Artikel der NY Times war somit zwar für englische Leser als Headline auf der NYTimes.com Website sichtbar, ein klicken auf den Link enttäuschte sie aber, denn sie fanden folgende Nachricht: (mehr …)