Es war Wahl in den USA und sie fand nicht etwa zwischen Demokraten und Republikanern statt, nein, auch die TV Sender geizten nicht um ihren Publikum die beste Coverage der Wahl zu geben.

Ob „Decision 2006„, oder „America Votes 2006„, oder schlichtweg „Vote 2006„. Die Networks und Kabelkanäle gaben sich keine Blöße und trugen richtig dick auf.

CNN hatte Wolf Blitzer, Paula Zahn, Lou Dobbs und Anderson „Der silberne Panther“ Cooper neben einem Expertenboard, dem u.a. Clinton ’92 Advisor James Carville angehörte. MSNBC hatte mit Chris Matthews und Keith Olbermann das beste schlagkräftige Duo, NBC News mit Brian Williams und Tom Brokaw die meiste Erfahrung, ABC News mit Charlie Gibson und George Stephanopoulos die besten Erklärer und Comedy Central hatte mit Dan Rather neben John Stewart und Stephen Colbert die größte Überraschung.

Katie Couric konnte froh sein, dass Bob Schieffer neben ihr saß und Fox News hätte an diesem Abend wahrscheinlich am liebsten überhaupt nicht übertragen.

CNN konnte es wieder mal nicht lassen seine übermenschliche Videowall zu benutzen und MSNBC zeigte ein „Democracy Dashboard“ auf seiner Website.

Highlights der Sprecher waren u.a. die Aussage von Charlie Gibson: „That had all the surprise of a Doris Day movie,“ über den Sieg von Hillary Clinton in New York.

Schieffer meinte: „I always thought that hypocrisy was the No. 1 political crime. … But I’m beginning to think now that choking your mistress may top hypocrisy,“ zu dem Skandal um einen Abgeordneten der seine…nun, man kann es sich denken.

Dan Rather sagte bei „Indecision“ auf Comedy Central zu Clinton’s Erdrutschsieg: „She ran away with it like a hobo with a sweet potato pie.“ Und Olbermann fragte sich ob die Wähler so schnell eine Veränderung wollen wie Britney Spears eine Scheidung von Mr. Federline.

Nach der Wahl lassen sich die Journalisten dieser Welt nicht nur über das Ergebniss an sich aus, sondern beurteilen ihre Kollegen nach strengen Kriterien.

> Alessandra Stanley fragt „Election Coverage still a Men’s Club„,

> Robert Bianco bemerkt „One of the best products was CNN’s ‚balance of power‘ graphic„,

> Jeanne Jakle meint „Cable’s news channels too were more successful with plain graphics showing the winners and losers„,

> Robert Lloyd sagt „Over at MSNBC, they seemed to be laughing a lot in a show of bipartisan insider hilarity

> David Zurawik bemerkt „Nothing on cable could compete with the depth of CNN„,

> Jonathan Storm sagt „Fox and MSNBC had pundit panels, too, but CNN’s was the most politicized„,

> Doug Elfman stellt fest „I know you totally ignore MSNBC, but it had the funnest co-anchors in Chris Matthews and Keith Olberman„,

> Tom Shales sagt „CBS might have made the most concerted effort at explaining what the results meant to real people„,

> Ellen Gray denkt „In many ways, [Charles] Gibson’s was the most traditional presentation„,

> Mark McGuire meint „Williams has done an impressive job since taking over the top chair, but…

> Joanne Ostrow stellt fest „Visually the most refreshing was CNN’s expansive set that allowed Anderson Cooper to stroll to the pundit desk in the midst of the beehive of a newsroom…

Ich würde sagen, der Gewinner ist der Wähler/Zuschauer, der mit dem gewaltigen Angebot (von Internet rede ich ja am besten gar nicht) einmal mehr jede Story und jeden Blickwinkel als Auswahl auf seiner Fernbedienung hatte.

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