Letzte Woche war bei Spiegel Online folgendes zu lesen:
„Wie das Unternehmen New York Times Co. heute auf seiner Internetseite ankündigte, soll die ehrwürdige Zeitung ab Mitte 2008 in einem um rund 1,5 Zoll (rund vier Zentimeter) schmaleren Format erscheinen. Mit der Umgestaltung ist ein Verlust von 250 Arbeitsplätzen in der Produktion verbunden, teilte der Verlag mit.“

Diese Schlankheitskuhr bedeutet, dass die Times rund 11 Prozent ihres Inhalts einbüßen würde und während der Chefredakteur Bill Keller bereits angekündigt hat, dass man mehr Seiten hinzufügen würde um dem entgegenzuwirken, wird immer noch ein Verlust von 5% erwartet und außerdem sollen sich die Auswirkungen bis auf den Inhalt der Artikel und dem Schreibstil selbst auswirken.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich diesen Schritt eigentlich begrüßen sollte, da ich schlankere Zeitungen viel handlicher finde, ist diese Entwicklung sehr erschreckend.

Erst einmal zeigt es, dass die ganze Industrie wirklich große Probleme hat, und mit dem Umzug ins Internet die fehlenden Einnahmen bisher nicht kompensieren konnte.
Wenn selbst eine Zeitung wie die New York Times sie eine ist, zu so einem Schritt gezwungen wird, dann sagt das einiges aus.

Immerhin haben „Washington Post“, die „L.A. Times“ und „USA Today“ in der vergangenen Zeit ähnliche Wege eingeschlagen, aber wenn der große Bruder nachziehen muss, ist das etwas anderes.

Die NY Times besticht nämlich vor allem durch ihre langen, journalistisch hervorragend rescherchierten Artikel, die jetzt durch die Breitenänderung gekürzt werden sollen.

Das heißt weniger Platz für ausführliche Berichterstattung, weniger Platz um allen Seiten ein Wort zu geben. Weniger Platz für den Leser um sich eine Meinung zu bilden.

Die Erklärungen der Zeitung selbst ist mir nicht genug.

„It’s painful to watch an industry retrench,” Mr. Keller said. “But this is a much less painful way to go about assuring our economic survival than cutting staff or closing foreign bureaus or retrenching our investigative reporting or diluting the Washington bureau.”

Sicherlich hat er in einem Punkt recht. Die Schließungen von Auslandsbüros ist eine Entwicklung die auf keinen Fall weiter betrieben werden darf. Wo sollen die Redakteure jedoch draufschreiben, wenn ihr Platz bald mit den üblichen Inlandsnachrichten gefüllt wird, weil die schneller erklärt sind, und damit weniger Platz in Anspruch nehmen?

“It’s an insult to the people doing substance here,” sagt ein anonymer Mitarbeiter dem New York Observer, der in seinem Artikel das Problem richtig angeht.

In ihm nennt ein Times Mitglied den Schnitt nicht so wichtig, da wir eh nicht 95% der Zeitung jeden Tag lesen können. Warum also über die verlorenen 5% ärgern?

Nun, das Motto der Times ist und bleibt immer noch “All the News That Fit to Print.” Hoffen wir also dass es in Zukunft weniger zu berichten gibt.

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